OK, ich bin ein Zugereister - und dann noch aus dem Osten. Deshalb werden mir schon mal 60% der "natives" das Recht absprechen, mir über dieses Thema überhaupt Gedanken zu machen, geschweige denn diese auch noch zu äußern...
Trotzdem - oder gerade deswegen:
Zur Zeit geht's ja beim Thema Stadtentwicklung in Hof hoch her. Spontan fallen mir Themen wie Überdachung der Altstadt, Straßenzustand, fehlende günstige Parkmöglichkeiten in der Innenstadt oder Ansiedlung von neuen Händlern ein. Und die ständigen Klagen, daß der Einzelhandel in der Stadt maholle geht bzw. daß es im Osten wegen der Fördergelder brummt. Aber D ist ja eine Demokratie, daß heißt, daß die gewählten Vertreter des Volkes nur das Beste für selbiges im Auge haben. Hmmm...
Da will ein etablierter Elektronikhändler aus Bayreuth namens Jacob einen expert-Markt in Hof eröffnen (Bericht in der FP). Und zwar im leerstehenden Ex-Marktkauf-Baumarkt. Der hatte ja unter viel Gezeter unserer Volksvertreter dichtgemacht (übrigens genauso wie der Zentralkauf in der Stadtmitte). Klasse, denke ich mir - endlich mal ein Konkurrent zu Kaufhof-Apothekenpreise und Mediamarkt-"Schnäppchen". Um die 20 Arbeitsplätze würden auch geschaffen. Im nächsten Abschnitt wird mir dann erklärt, daß das so nicht möglich ist, weil es da einen Plan aus dem Jahre 1992 gibt, der das verbietet. Alternativ soll der expert in den oben erwähnten Zentralkauf wechseln.
Daß ein Plan aus dem Jahre 92 (wo nebenbei 3 Jahre nach der Grenzöffnung die Stimmung der Wirtschaft bzw. das Konsumverhalten etwas ... positiver ... eingestellt war) heute noch gilt und eine Neuansiedlung verhindert, ist PEINLICH! Pläne, liebe Entscheidungsträger, können übrigens an aktuelle Situationen angepaßt werden. Welchen Grund soll denn der liebe Jacob haben, auf kostenlose Parkplätze zu verzichten und sich so einen Wettbewerbsnachteil (ggü. MM!) einzuhandeln?!?! Die Lage im Marktkauf schädigt den innerstädtischen Einzelhandel?? Echt?? Wie denn?? PS: Der Mediamarkt ist auch NICHT in der Innenstadt!
Natürlich ist so ein profanes Thema gegenüber einem Design-Altstadtdach langweilig. Deshalb richten wir auch unser ganzes Augenmerk auf dieses spannende Projekt! Damit werden die Einzelhändler in der Stadt gestärkt und die Konsumenten können Tons of Money (bis 18:30, dann ist Sense mit Shoppen) in der Innenstadt lassen. Prima! Meine Meinung: Ein Dach behebt weder die Parkplatz-Situation, noch das Verkehrschaos. Es dauert nämlich immer länger, bis man nach Staus und Parkplatzsuche in die Innenstadt zum Shoppen kommt... Eine Alternative läßt die Fixierung auf dieses Thema derzeit gar nicht zu.
Ich könnte mir zB einen Abriß des sehr dekorativen Kaufhofblocks vorstellen. Das Parkhaus in der Marienstraße könnte gleich mit weg. Das war als Neubau schon eng und verwinkelt - von der Konzeption her völlig verkorkst - und irgendwie sind die Autos mittlerweile sogar noch größer geworden... Dafür dann eine 3- oder 4-stöckige Stadtgalerie gebaut - fertig. Da bekäme ich massig Läden rein und es wäre sogar überdacht ;-) Ein ordentliches, großes Parkhaus könnte an der Poststraße entstehen - mit vernünftigen Preisen würden da sogar Leute parken!
Klar ist das radikal - aber immerhin diskussionswürdig!
Wenn sich dann noch die Öffnungszeiten an der arbeitenden Bevölkerung orientieren und nicht an den Rentnern, dann wäre Hof auch besser frequentiert. Plauen oder Zwickau profitieren nicht umsonst von ihren Innenstadt-Galerien/Arkaden und günstigen Parkhäusern...
Und wenn ich einmal dabei bin: Wenn der Fokus weiter so auf den Busverkehr gelegt wird (Busspuren, Rote Welle, Einschränkung von Zufahrtsstraßen), dann kommt eh keiner mehr in die Stadt! Ein Dach würde dann in GoogleMaps nur den Blick auf eine tote Innenstadt verbergen!
31. Juli 2008
08. Juli 2008
Ist Hancock jetzt ein Arschloch oder ein Vollidiot?
Letzte Woche waren wir im neuen Film mit Will Smith: Hancock. Ein ausgesprochen sehenswerter Film mit 2 Superhelden, von denen Ms. Theron wieder mal wirklich nett anzusehen und der andere (Anti-) Held einfach nur cool war... Sehr zu empfehlen! Aber das hier soll ja kein Review werden, sondern eine Erwähnung einer Merkwürdigkeit, wie sie wahrscheinlich nur im dt. Fernsehen möglich ist.Neugierig?
Also: Für Hancock gibts Filmtrailer - allgemein üblich, um Geschmack auf den Film zu bekommen. Ein solches "Machwerk" lief gestern während Eureka auf Pro7 (wobei ich jetzt nicht glaube, das die diesmal was mit der folgenden Merkwürdigkeit zu tun haben):
Michelle: "Arschloch"
Hankock: "Nenn mich noch einmal Arschloch..."
Michelle: "Vollidiot"
Hankock: "Nenn mich noch einmal Vollidiot..."
Lezteres kam im im Trailer; ersteres im Kino! Zu dieser Merkwürdigkeit deutscher Mediengestaltung stellen sich mit ein paar Fragen:
- Warum macht man im Fernsehen denn einen Unterschied zwischen "Arschloch" und "Vollidiot"??
- Wo ist denn der Unterschied zwischen "Arschloch" und "Vollidiot"??
- Ist "Vollidiot" denn jugendfrei??
- Im Kino ist das dann wohl egal??
- Weil: Der Film ist doch P12 - wie ist denn die Jugendfreigabe des Trailers??
- Erteilen unsere sogenannten Jugendschützer jetzt die Freigabe wordweise?
- Wenn kein Jugendschutz, warum dann??
Fragen über Fragen - ich glaub, ich schreib mal dem Verleih ;-))))
Armes Deutschland. Da werden die Leute schon seit dem frühen Morgen mit Proll-Talkshows zugemüllt, wobei "Arschloch" und "Scheiße" die vorherrschenden Wörter sind, meist abgeschlossen mit "Alder" oder "eyh". Und dann synchronisieren die Trolls den Trailer wirklich nochmal nach!
Aber in einem Land, wo "IronMan" geschnitten wird, ist auch das möglich...
PS: Da wundert's eigentlich, dass der Film selber in der Fassung ins Kino kam, wenn der so destruktiv ist... und Alkohol wird auch noch getrunken - bäh!
PPS: Um wieder mal irgendwelchen Abmahnern vorzubeugen: Das Bild ist von der offiziellen Filmseite http://www.hancock-derfilm.de verlinkt.
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